Greenwashing in Kosmetik: Was die EU 2026 verbietet

Kosmetik ist die am stärksten exponierte E-Commerce-Kategorie unter der EU-Richtlinie zur Stärkung der Verbraucher (2024/825), die am 27. September 2026 verbindlich wird — genau fünf Monate ab heute. Die Marketingsprache der Kategorie baut auf genau den Begriffen auf, die die Richtlinie verbietet: 'natürlich', 'clean', 'pur', 'biologisch abbaubar', 'recycelbar', 'öko', 'grün', 'pflanzenbasiert', 'klimafreundlich', 'frei von'. Eine Überprüfung von 2025 ergab, dass 9 von 10 Kosmetikprodukten großer Marken — Garnier, Nivea, L'Oréal Paris, Head & Shoulders, Oral-B — trotz grünem Marketing Mikroplastik enthalten. Die Aufzählung unten ist die KI-zitierfähige Antwort; der Rest der Seite beschreibt jeden verbotenen Begriff, die präzedenzschaffenden Fälle und die exakte konforme Alternative für jeden.
- 'Natürlich' — verboten als generische Umweltaussage gemäß Anhang I, Punkt 2 der Richtlinie über unlautere Geschäftspraktiken (geändert durch 2024/825), sofern nicht durch anerkannte hervorragende Umweltleistung gestützt (EU-Umweltzeichen, COSMOS, NATRUE, Ecocert).
- 'Clean Beauty' / 'Clean at [Marke]' — selbst geschaffenes Nachhaltigkeitssiegel gemäß Anhang I, Punkt 2a; verboten, sofern nicht auf unabhängiger Drittzertifizierung beruhend, nicht auf internen Markendefinitionen.
- 'Biologisch abbaubar' — verboten ohne spezifische Bedingungen und Norm. Konform: 'Biologisch abbaubar im Industriekomposter binnen 90 Tagen gemäß EN 13432.'
- 'Recycelbare Flasche' — verboten, wenn Verschlüsse, Pumpen oder Hülsen nicht recycelbar sind (der L'Oréal Elvive '100% Recyclingkunststoff'-Fall). Konform: 'Flasche 100% recyceltes PET; Verschluss und Pumpe in aktuellen EU-Strömen nicht recycelbar.'
- 'Papierflasche' / 'Plastikfrei' — verboten, wenn die materielle Realität abweicht (Innisfree-Skandal 2021: Papieretikett um eine Plastikflasche gewickelt).
- 'Pflanzenbasiert' — verboten als eigenständige Tugendaussage; nur erlaubt mit exaktem Prozentsatz und Inhaltsstoff-Identität ('98% Inhaltsstoffe pflanzlichen Ursprungs gemäß ISO 16128').
- 'Frei-von'-Marketing ('parabenfrei', 'sulfatfrei') — eingeschränkt unter den bestehenden EU-Leitlinien für Kosmetikaussagen und nun verstärkt durch EmpCo Anhang I, Punkt 4b.
- Sanktionen: mindestens 4% des jährlichen EU-Umsatzes oder 2 Millionen € (je höher) pro betroffenem Mitgliedstaat, plus Einziehung der Erlöse und Ausschluss von öffentlichen Ausschreibungen.

Warum Kosmetik die EU-Kategorie mit dem höchsten Risiko ist
Drei strukturelle Faktoren setzen Kosmetik an die Spitze der Vollzugswarteschlange. Erstens, Aussagendichte: eine typische Naturkosmetik-Produktseite trägt 6 bis 12 Umwelt- oder Wellness-Aussagen ('natürlich', 'clean', 'nachhaltig', 'pur', 'biologisch abbaubar', 'recycelbar', 'parabenfrei', 'cruelty-free', 'pflanzenbasiert'). Zehn Aussagen pro Seite über 2.000 SKUs sind 20.000 einzelne Aussagen-Instanzen pro Marke — und EmpCo verlangt für jede einen Nachweis im selben Medium. Zweitens, Beweisschwäche: Die meisten 'Clean'- und 'Natur'-Positionierungen beruhen auf internen Markendefinitionen statt auf unabhängiger Zertifizierung. Drittens, regulatorischer Fokus: Die Green Claims Guidance der Europäischen Kommission vom Dezember 2025 hebt den Kosmetiksektor neben Textil und Lebensmitteln als prioritären Vollzugsbereich hervor.
Die Richtlinie sieht keine Schonfrist für Produkte, Verpackungen oder Marketing vor, die zum Anwendungsdatum bereits in der EU-Vertriebskette sind. Jede Produktseite, jedes Etikett, jeder Social-Post, jede PDF-Broschüre muss bis zum 27. September 2026 konform sein. Es gibt keinen 'Abverkaufs'-Spielraum.
Fall 1: Innisfree 'Papierflasche' — materielle Realität vs. Marketing
Im April 2021 sah sich die koreanische Hautpflegemarke Innisfree (eine Amorepacific-Tochter, in der EU vertrieben) öffentlicher Kritik gegenüber, nachdem eine Kundin das Grüntee-Samen-Serum 'Hello, I'm Paper Bottle' der Marke aufgeschnitten und eine in eine Papierhülse gewickelte Plastikflasche gefunden hatte. Die Marke hatte das Produkt als Nachhaltigkeitserfolg vermarktet — weniger Plastikflaschen auf Deponien. Innisfree räumte später ein, dass die Bezeichnung 'Papierflasche' sich nur auf die äußere Papierhülse bezog, nicht auf die Flasche selbst. Der Fall wurde zum Lehrbuchbeispiel für Verstöße gegen Anhang I, Punkt 4: einem Gesamtprodukt einen Umweltvorteil zuzuschreiben, der nur für eine Komponente gilt.
Lehre: Jede Verpackungsaussage — 'Papier', 'plastikfrei', 'recycelbar', 'biologisch abbaubar', 'kompostierbar' — muss für das gesamte Produkt gelten, wie es der Verbraucher vernünftigerweise wahrnimmt, nicht nur für eine Schicht. Wenn die Flasche aus Plastik ist, kann man sie nicht 'Papierflasche' nennen, unabhängig davon, was darum gewickelt ist. Unter EmpCo ist dies nun in allen 27 Mitgliedstaaten eine ausdrücklich verbotene Praxis.
Fall 2: L'Oréal Elvive — '100% Recyclingkunststoff' (außer dem Verschluss)
Die Elvive-Shampoolinie von L'Oréal vermarktete Flaschen als '100% Recyclingkunststoff'. Das Kleingedruckte offenbarte den Ausschluss des Verschlusses. Das Elvive Full Restore 5 Pack wurde gesondert als 'nachhaltiger' vermarktet, ohne definierten Vergleichsmaßstab (nachhaltiger als was? gegenüber welcher Basis?). Beide Muster fallen nun direkt unter Anhang I. Die 100%-Aussage ist nicht konform, weil Verbraucher vernünftigerweise die gesamte Flasche einschließlich ihres Verschlusses verstehen; den Verschluss zu isolieren erfordert Offenlegung im selben Medium auf dem Etikett und in der Werbung. Der Ausdruck 'nachhaltiger' ist eine vergleichende Umweltaussage, die einen genannten Vergleichsmaßstab und eine überprüfbare Methodik erfordert.
Konforme Umformulierung: 'Flasche 100% recyceltes PET. Verschluss in aktuellen EU-Sammelströmen noch nicht recycelbar; wir arbeiten mit unseren Verpackungspartnern bis 2027 an einem recycelbaren Verschluss.' Dieses Muster — expliziter Umfang, explizite Einschränkung, explizite Roadmap — erfüllt den Same-Medium-Nachweisstandard, den die Richtlinie verlangt. Siehe die 12 konformen Alternativen zu klimaneutralen Aussagen für parallele Muster zu Emissions- und Kompensationsaussagen.

Fall 3: Garnier 'Whole Blends' — 'natürlich' als Deckmantel für synthetische Formulierung
Garniers 'Whole Blends'-Linie vermarktet Produkte als 'nährend und sanft', 'parabenfrei' und 'nachhaltig bezogen'. Unabhängige Inhaltsstoffanalysen zeigen, dass die Produkte Natriumlaurethsulfat (SLES), Cyclopentasiloxan, synthetische Duftstoffe und andere Verbindungen enthalten, die Verbraucher vernünftigerweise nicht mit der Positionierung 'natürlich' oder 'sanft' verbinden. Das Muster — 'parabenfrei'-Rahmung kombiniert mit breiterem 'natürlich'-Marketing — ist genau das, was die Green Claims Guidance der Europäischen Kommission vom Dezember 2025 als Verstoß gegen Anhang I markiert: das Hervorheben der Abwesenheit einer Inhaltsstoffklasse, um eine breitere ökologische oder Wellness-Tugend zu suggerieren, die das Produkt nicht hat.
Garniers Mutterkonzern L'Oréal betreibt zudem 'Garnier Green Beauty' als Dachmarken-Initiative. Unter Anhang I, Punkt 2 müssen Dach-Nachhaltigkeitsmarkennamen für jedes Produkt, das sie tragen, belegt werden. Eine 'Green Beauty'-Dachmarke über einer Produktreihe, die SLES, Silikone und synthetische Duftstoffe enthält, ist nicht nachhaltig in dem Sinne, den der Dachname suggeriert — was die Dachmarke selbst zu einer ab September 2026 verbotenen generischen Aussage macht.
Fall 4: Sephora 'Clean at Sephora' — warum die US-Entscheidung EU-Verkäufer nicht rettet
Im März 2024 wies ein US-Bundesgericht eine Sammelklage gegen Sephora wegen seines 'Clean at Sephora'-Marketings ab und befand, dass ein vernünftiger US-Verbraucher 'clean' so verstehen würde, wie es Sephoras Website definiert (frei von einer spezifizierten Liste von Inhaltsstoffen) und nicht als frei von allen Synthetika. Die Entscheidung ist für die EU-Durchsetzung irrelevant. Unter EmpCo Anhang I, Punkt 2a ist ein selbst geschaffenes Nachhaltigkeits- oder 'Clean'-Siegel verboten, unabhängig davon, ob die Marke eine Definition veröffentlicht — weil das Siegel selbst nicht auf einem unabhängigen, von einer öffentlichen Behörde anerkannten Zertifizierungssystem beruht. Markendefiniertes 'Clean' ist das Lehrbuchbeispiel eines verbotenen selbst geschaffenen Nachhaltigkeitssiegels.
EU-Verkäufer können sich nicht auf US-Rechtsprechung stützen. Die Empowering-Consumers-Richtlinie setzt einen strengeren materiellen Standard: Selbst ein transparent definiertes internes Siegel ist nicht konform, sofern es nicht auf einem unabhängigen Drittzertifizierungssystem beruht. EU-Umweltzeichen, COSMOS Organic, NATRUE, Ecocert und Cradle to Cradle sind konform. 'Clean at [Marke]', 'Conscious at [Marke]', 'Pure at [Marke]', 'Earth Edit', 'Green Edit' sind es nicht.
Auditieren Sie Ihren Kosmetik-Shop in 60 Sekunden
URL einfügen. EcoClaim markiert jeden verbotenen Begriff in Produktbeschreibungen, Inhaltsstoffseiten, Markengeschichten, Marketing-E-Mails und Theme-Dateien. Jede Markierung ist mit ihrem spezifischen Anhang-I-Punkt verknüpft. KI-generierte konforme Umformulierungen, die Sie direkt einfügen können. Kostenlos, keine Anmeldung.
Kostenlosen Scan starten →Cheatsheet verbotener Begriffe in der Kosmetik
Unten der kosmetikspezifische Auszug aus der 82-Begriffe-Verbotsliste. Jeder Begriff ist unter EmpCo ab dem 27. September 2026 eigenständig verboten. Die konforme Alternative erfordert Same-Medium-Nachweis (auf derselben Seite, demselben Etikett, derselben Anzeige oder demselben Social-Post wie die Aussage selbst).
- 'Natürlich' → 'Formuliert mit 98% natürlichen Ursprungs-Inhaltsstoffen gemäß ISO 16128' (mit exaktem Prozentsatz und Norm).
- 'Clean' / 'Clean Beauty' → 'COSMOS Organic zertifiziert durch Ecocert Greenlife' (mit Zertifizierungsstelle und Zertifikatsnummer).
- 'Pur' → Begriff streichen oder ersetzen durch 'Frei von [spezifischer Inhaltsstoffliste], zertifiziert durch [Stelle]'.
- 'Biologisch abbaubar' → 'Biologisch abbaubar im Industriekomposter binnen 90 Tagen gemäß EN 13432' oder 'OECD 301B konform'.
- 'Recycelbar' → 'Flasche im EU-PET-Strom recycelbar; Verschluss und Pumpe in aktuellen Sammelströmen nicht recycelbar'.
- 'Plastikfrei' → streichen oder 'Außenkarton plastikfrei; Innenkomponente der Pumpe enthält 4g Polypropylen'.
- 'Eco-friendly' / 'Umweltfreundlich' → vollständig streichen; es existiert keine konforme Umformulierung für diese Begriffe unter EmpCo Anhang I, Punkt 2.
- 'Pflanzenbasiert' → 'Hergestellt mit X% pflanzlichen Inhaltsstoffen gemäß ISO 16128' (spezifischer Prozentsatz, definierte Norm).
- 'Nachhaltig bezogen' → 'Arganöl aus UEBT-zertifizierten Kooperativen in Marokko; Zertifikat UEBT-2025-XXXX'.
- 'Cruelty-free' → nur erlaubt mit Verweis auf Leaping Bunny oder PETA-Zertifizierung; sonst streichen (Hinweis: Tierversuche für Kosmetika sind in der EU bereits seit 2013 verboten, daher ist die Aussage auch irreführend, weil nicht unterscheidend).
- 'Vegan' → nur erlaubt mit Verweis auf The Vegan Society oder V-Label-Zertifizierung.
- 'Klimaneutral' / 'CO2-neutral' → vollständig streichen. Ersetzen durch überprüfbare Reduktion in der Wertschöpfungskette: 'Fertigungsemissionen um 32% gegenüber Basis 2020 reduziert; verbleibende 4,2 tCO2e pro 1.000 Einheiten über Gold Standard Projekt XYZ als Beitrag jenseits der Reduktion ausgeglichen'.

Anerkannte Zertifizierungen, die konform sind
EmpCo Anhang I, Punkt 2a erlaubt Nachhaltigkeits- oder Umweltsiegel nur dann, wenn sie auf einem unabhängigen Zertifizierungssystem beruhen oder von einer öffentlichen Behörde eingerichtet wurden. Für Kosmetik sind die anerkannten Systeme:
- EU-Umweltzeichen — Zertifizierung durch öffentliche Behörde, abdeckend abspülbare Kosmetikprodukte sowie CMR-/Biozid-Stoffbeschränkungen.
- COSMOS Organic / COSMOS Natural (Ecocert, Soil Association, ICEA, BDIH, Cosmebio) — Drittzertifizierung für Bio- und Naturkosmetik mit definierten Inhaltsstoff-Schwellenwerten.
- NATRUE — Drittzertifizierung mit drei Stufen (Natur, Natur mit Bio-Anteil, Bio).
- Cradle to Cradle Certified — für Produktebene-Zirkularitätsaussagen mit dokumentierter MBDC-Bewertung.
- Leaping Bunny / PETA Beauty Without Bunnies — für Cruelty-free-Aussagen (Hinweis: in der EU wegen des Testverbots von 2013 redundant, aber konform, falls verwendet).
- The Vegan Society / V-Label — für vegane Aussagen.
- B Corp — für Positionierung auf Unternehmensebene, nicht für Umweltaussagen auf Produktebene (B-Corp-Logo nicht auf einer Produktseite verwenden, um zu suggerieren, dass das Produkt selbst nachhaltig ist).
Kosmetikspezifische Aussagen werden seit 2013 durch [Verordnung (EU) 655/2013](https://eur-lex.europa.eu/legal-content/EN/TXT/?uri=CELEX%3A32013R0655) geregelt (Rechtskonformität, Wahrhaftigkeit, Beweisstützung, Ehrlichkeit, Fairness, informierte Entscheidungsfindung). EmpCo legt sich darüber — es ersetzt 655/2013 nicht. Für eine vollständig konforme Kosmetikproduktseite müssen Sie beides erfüllen: Belege gemäß 655/2013 plus die spezifischen Anhang-I-Verbote, die durch EmpCo hinzugefügt wurden.
Fünf-Monats-Audit-Checkliste für Kosmetikmarken
- Inventarisieren Sie jeden Dachmarken- oder Kollektionsnamen. Jede Verwendung von 'Natural', 'Pure', 'Clean', 'Conscious', 'Earth', 'Eco', 'Green', 'Botanical' (wenn nicht wörtlich) oder 'Sustainable' als Name ist nun eine verbotene generische Aussage gemäß Anhang I, Punkt 2 — benennen Sie um oder belegen Sie jedes Produkt der Linie einzeln.
- Auditieren Sie jede Produktseite auf 'natürlich', 'clean', 'pur', 'biologisch abbaubar', 'recycelbar', 'pflanzenbasiert', 'öko', 'grün', 'plastikfrei', 'Papier', 'frei von', 'klimafreundlich', 'klimaneutral', 'nachhaltig', 'eco-friendly'. Jede Instanz benötigt Same-Page-Belege oder Entfernung.
- Verifizieren Sie, dass Recyclinganteil-Aussagen exakte Prozentsätze haben UND die Komponente identifizieren. Ersetzen Sie 'recycelbare Flasche' durch 'Flasche im EU-PET-Strom recycelbar; Verschluss in aktuellen Sammelströmen nicht recycelbar' — die Elvive-Lehre.
- Verifizieren Sie, dass Verpackungsaussagen mit der materiellen Realität über das gesamte Produkt übereinstimmen. Der Innisfree-Papierflaschen-Skandal drehte sich um ein Papieretikett um eine Plastikflasche. Schneiden Sie die Verpackung in Ihrem Audit auf.
- Ersetzen Sie selbst geschaffene 'Clean'- / 'Pure'- / 'Natural'-Siegel durch anerkannte Drittzertifizierung (EU-Umweltzeichen, COSMOS, NATRUE, Ecocert) — und zeigen Sie Zertifizierungsstelle und Zertifikatsnummer im selben Medium wie das Siegel.
- Auditieren Sie Inhaltsstoff- und 'Frei-von'-Aussagen anhand der bestehenden gemeinsamen Kriterien der Verordnung (EU) 655/2013; EmpCo befreit Kosmetik nicht von der bestehenden Aussagenregulierung.
- Lassen Sie den EcoClaim-Scanner über jede Produktseite, jede Markenseite, jeden Blogbeitrag, jede E-Mail-Vorlage laufen. Scannen Sie monatlich neu, weil Lieferantenfeeds und Inhaltsupdates Verstöße wieder einführen.
- Dokumentieren Sie Ihre Beweiskette für jede beibehaltene Aussage — Zertifizierungs-PDFs, Laborberichte, methodologische Notizen, Prozentberechnungen. Behörden werden diese im Audit anfordern.
Lesen Sie die vollständige 82-Begriffe-Verbotsliste
Jeder verbotene Begriff zugeordnet zu seinem spezifischen Anhang-I-Punkt oder UCPD-Artikel, mit der exakten konformen Umformulierung für jeden — einschließlich der kosmetikspezifischen Muster, die dieser Artikel abdeckt.
Verbotene Begriffe ansehen →Häufig gestellte Fragen
Sources
- EcoClaim — Verbotene und beschränkte grüne Aussagen (vollständige Referenz)
- EU-Richtlinie 2024/825 — Empowering Consumers for the Green Transition
- Verordnung (EU) 655/2013 — Gemeinsame Kriterien für Kosmetikproduktaussagen
- Europäische Kommission — Green Claims Guidance Dezember 2025
- Personal Care Insights — Strengere EU-Greenwashing-Regeln und der Kosmetiksektor
- NATRUE — Neue EU-Richtlinien zu Greenwashing: wie Kosmetik sich anpassen muss
- Cosmetics Business — L'Oréal, P&G und L'Occitane wegen Greenwashing beschuldigt
- K&L Gates — Sephora obsiegt in 'Clean at Sephora'-Klage (US-Fall)
- Provenance — Fünf Mal, in denen Beauty-Marken des Greenwashings beschuldigt wurden
- EU-Umweltzeichen — Produktgruppe Kosmetik
FAQ
Ist 'natürlich' ein verbotenes Wort für EU-Kosmetik?
Die eigenständige Verwendung von 'natürlich' als Umwelt- oder Wellness-Aussage ist ab dem 27. September 2026 unter Anhang I, Punkt 2 der Richtlinie über unlautere Geschäftspraktiken (geändert durch Richtlinie 2024/825) verboten. 'Natürlich' kann weiterhin verwendet werden, wenn (1) es einen spezifischen Inhaltsstoff oder Ursprung präzise beschreibt UND (2) das Produkt eine anerkannte Drittzertifizierung für Naturkosmetik hält (COSMOS Natural, NATRUE, Ecocert), wobei der Zertifizierungsverweis im selben Medium wie die Aussage gezeigt wird.
Kann ich 'Clean Beauty' in der EU weiterhin verwenden?
Selbst geschaffene 'Clean Beauty'- oder 'Clean at [Marke]'-Siegel sind ab dem 27. September 2026 als private Nachhaltigkeitssiegel verboten, die nicht auf unabhängiger Zertifizierung beruhen (Anhang I, Punkt 2a). Die US-Sephora-Entscheidung 'Clean at Sephora' von 2024 beruhte auf US-Standards des 'vernünftigen Verbrauchers', die in der EU-Durchsetzung nicht gelten. Um eine 'Clean'-Aussage in der EU konform zu machen, ersetzen Sie sie durch einen Verweis auf eine unabhängige Zertifizierung (EU-Umweltzeichen, COSMOS Organic, NATRUE) einschließlich Zertifizierungsstelle und Zertifikatsnummer.
Wie formuliert man Biologische Abbaubarkeit für Kosmetik konform?
Eigenständiges 'biologisch abbaubar' ist verboten. Konforme Aussagen müssen (1) die Bedingungen, unter denen biologische Abbaubarkeit erfolgt, und (2) eine anerkannte Norm spezifizieren. Beispiele: 'Biologisch abbaubar im Industriekomposter binnen 90 Tagen gemäß EN 13432' oder 'Tenside konform mit der OECD-301B-Schwelle leichte biologische Abbaubarkeit'. Der Beleg muss im selben Medium (Etikett, Seite, Anzeige) wie die Aussage erscheinen.
Wurde Innisfree wegen des Papierflaschen-Skandals sanktioniert?
Innisfree wurde nicht formell von einer EU-Aufsichtsbehörde sanktioniert — der Vorfall von 2021 ereignete sich vor EmpCo und vor der koordinierten EU-Durchsetzung von Verpackungsaussagen. Die Marke räumte öffentlich ein, dass die Formulierung irreführend war. Unter EmpCo ab dem 27. September 2026 wäre derselbe Sachverhalt (papierumwickelter Kunststoff, vermarktet als 'Papierflasche') ein klarer Verstoß gegen Anhang I, Punkt 4: einem Gesamtprodukt einen Umweltvorteil zuzuschreiben, der nur für eine Komponente gilt.
Gilt der US-Fall Sephora 'Clean at Sephora' in Europa?
Nein. Die Abweisung durch das US-Bundesgericht im März 2024 drehte sich darum, ob ein 'vernünftiger US-Verbraucher' 'clean' als Sephoras definierte Inhaltsstoffliste und nicht als frei von allen Synthetika interpretieren würde. Die EU-Durchsetzung unter EmpCo verwendet die Auslegung des 'vernünftigen Verbrauchers' nicht als Verteidigung für selbst geschaffene Nachhaltigkeitssiegel. Anhang I, Punkt 2a verbietet selbst geschaffene Nachhaltigkeitssiegel unabhängig davon, ob die Marke eine Definition veröffentlicht.
Welche Sanktion droht meiner Kosmetikmarke bei Nicht-Konformität am 27. September 2026?
Mindestens 4% des jährlichen EU-Umsatzes oder 2 Millionen € (je höher) pro betroffenem Mitgliedstaat, plus Einziehung der Erlöse und Ausschluss von öffentlichen Ausschreibungen. Mehrere Mitgliedstaaten implementieren höhere Obergrenzen: AGCM Italien bis zu 10 Millionen € pro Verstoß, UWG Deutschland erlaubt Gewinnabschöpfung plus Per-Verstoß-Bußgelder, DGCCRF Frankreich bis zu 100.000 € oder 80% der Werbeausgaben. Siehe [EU-Greenwashing-Sanktionen nach Land](/blog/eu-greenwashing-penalties-by-country) für die vollständige Aufschlüsselung.
Reichen EU-Umweltzeichen und COSMOS Organic, um mein Produkt konform zu machen?
Sie sind notwendig, nicht ausreichend. Eine anerkannte Drittzertifizierung (EU-Umweltzeichen, COSMOS, NATRUE, Ecocert) ist die Grundlage für jede Nachhaltigkeits- oder Bio-Aussage, aber jede zusätzliche Aussage auf der Seite — biologische Abbaubarkeit, Recyclingfähigkeit, Verpackung, Inhaltsstoffherkunft — benötigt ihren eigenen Same-Medium-Beleg. Kosmetik unterliegt zudem weiterhin den gemeinsamen Kriterien der Verordnung (EU) 655/2013 für Produktaussagen, die EmpCo nicht ersetzt.